NRW hält zusammen

Azubi-Zahlen im Handwerk steigen deutlich

Aber: Bedarf der Betriebe ist noch lange nicht gedeckt

Kreishandwerksmeister Christoph Knepper (Bergkamen) kann positive Daten zum Stichtag 30. November melden: Der Blick auf die Statistik des neuen 1. Ausbildungsjahres -nach Ablauf der Probezeit!- zeigt im gesamten Bereich der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe (Kreise Soest und Unna sowie die Stadt Hamm) eine Steigerung um 4,2 Prozent. Das heißt: 1.112 junge Männer und Frauen starteten im ersten Lehrjahr ihre Ausbildung im Handwerk. Damit erlernen aktuell 3.208 junge Menschen derzeit ein Handwerk in den Innungsbezirken der Region. „Uns freut besonders, dass wir nun schon im vierten Jahr wachsende Zahlen bei den Neuzugängen haben“, so Knepper.

Detlef Schönberger (Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe): „Dieser positive Trend freut uns natürlich und zeigt, dass das  stetige enorme Engagement aller Akteure vor Ort Wirkung zeigt. Aber dennoch ist die Lage besorgniserregend. Die Zahl der Jugendlichen, die mit Herz und Hand praktisch zupacken und `einfach machen´ wollen ist trotz dieser deutlichen Steigerung immer noch viel zu gering. Die Trendwende zur Dualen Ausbildung als gleichwertige Option zum Studium ist noch lange nicht vollzogen, und gleichzeitig gehen auch immer mehr ältere MitarbeiterInnen aus den Handwerksbetrieben in den Ruhestand.“ So werde es auch in den kommenden Jahren eine der wichtigsten Aufgaben von Innungen und Kreishandwerkerschaft bleiben, Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie Lehrer von den enormen Erfolgs-Chancen einer Dualen Ausbildung im Handwerk -mit 130 verschiedenen Berufen!- zu überzeugen.

Ein Beispiel für den großen Bedarf: Allein im regionalen Ausbildungsportal der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe -über die Internetseite „www.kh-hl.de“ zu erreichen- sind derzeit 140 (!) freie Ausbildungsstellen in den Kreisen Soest und Unna sowie der Stadt Hamm direkt zu vergeben. Information und persönliche Vermittlung über die Berufsberater der Agentur für Arbeit oder den Ausbildungs-Coach der Kreishandwerkerschaft Dietmar Stemann, Tel.: 0173 5284269, E-Mail: stemann@kh-hl.de.

Mit einer Ausbildung im Handwerk stehen alle Zukunfts-und Entwicklungschancen offen: Vom Gesellenbrief über breitgefächerte Fach-Weiterbildungen, die Meisterprüfung und die anschließende Möglichkeit zum Studium -auch ohne Abitur!- bis hin zum Schritt in die eigene, unternehmerische Selbständigkeit ist im Handwerk alles möglich. Angesichts der boomenden Konjunktur im Handwerk betont Kreishandwerksmeister Knepper: „Wer heute eine handwerkliche Ausbildung beginnt und dabeibleibt, braucht sich morgen und übermorgen gar keine Sorgen über Arbeitslosigkeit zu machen!“