Bildungszentrum Soest setzt als Leuchtturm-Projekt Maßstäbe

Mit einer handwerklich-zünftigen Feier mit mehr als 200 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Handwerk hat die Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe am 5. September den ersten Bauabschnitt des neuen Bildungszentrums für das Handwerk am Standort Soest eingeweiht. Das Bauvorhaben gilt schon jetzt als Leuchtturmprojekt für nachhaltige, zukunftsorientierte Ausbildung in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus, denn hier entsteht eines der modernsten Bildungszentren Deutschlands.

Begrüßt wurden die Gäste durch Kreishandwerksmeister Christoph Knepper, den Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe, Detlef Schönberger, sowie die Vizepräsidentin der Handwerkskammer Dortmund, Kerstin Feix. „Wir können mit Stolz sagen, dass dieses Bauprojekt in Sachen Zukunftsfähigkeit seinesgleichen sucht. Das Handwerk muss auf eine Infrastruktur zurückgreifen können, die eine Ausbildung auf dem neuesten Stand der Technik ermöglicht – nur so können wir weiter junge Menschen für das Handwerk begeistern“, sind sich die Bauherren der Kreishandwerkerschaft einig. Das Wissen um die Bedeutung einer zukunftsgerichteten Ausbildung im Handwerk einte alle Besucher. Auch Kerstin Feix unterstrich die Wichtigkeit solch geförderter Bauprojekte für die Sicherung der Ausbildungsqualität und als Gegengewicht zur akademischen Bildung. Die Handwerkskammer Dortmund ist Träger der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisungen, die die neu gebauten Werkstätten seit dem Frühjahr mit Leben füllen.

 

Ein Meilenstein für das regionale Handwerk

Mit der Fertigstellung des ersten Bauabschnittes – bestehend aus der hochmodernen Technikzentrale mit Eisspeicheranlage und der umfassend modernisierten Werkstatthalle Ost – ist ein entscheidender Schritt innerhalb des gesamten Bauvorhabens gelungen. Bereits Mitte März konnte die Handwerkskammer Dortmund die Schulungen für die Gewerke Tischler und Metallbauer sowie den Betrieb der Schweißwerkstätten aufnehmen. Die innovative Eisspeicheranlage, die Anfang April in Betrieb genommen wurde, ist nicht nur ein wichtiger Baustein des energetischen Gesamtkonzepts, sondern wird künftig auch landesweit in Schulungskonzepte integriert – unterstützt durch ein eigens installiertes Videosystem.

 

Nachhaltigkeit trifft auf Innovation

Das Bildungszentrum setzt auf ein ganzheitliches Energiekonzept mit modernster Technik, das beispielhaft für nachhaltiges Bauen im Bildungsbereich ist. Ein zentraler Bestandteil dieses Konzeptes ist der Eisspeicher mit einem Fassungsvermögen von rund 900 m³. In Kombination mit drei leistungsstarken Wärmepumpen sorgt er für die Beheizung und Kühlung der angeschlossenen Gebäude. Eine entscheidende Rolle spielt dabei der Eisblock, der sich unterirdisch im Wasserbehälter aufbaut und durch den es möglich wird, viel Energie auf wenig Raum zu speichern.

Neben der ökologischen Dimension ist auch die pädagogische Ausrichtung zukunftsgerichtet: Methodisch-didaktische Lernkonzepte, die im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildung und in den Weiterbildungsangeboten der Handwerkskammer Dortmund eingesetzt werden, schaffen attraktive Lernbedingungen und sichern langfristig die Qualität der handwerklichen Ausbildung in der Hellweg-Lippe-Region.

 

Investition in die Zukunft der Region

Die Gesamtinvestitionssumme für das Bauvorhaben „Ersatzneubau und Modernisierungsmaßnahmen Bildungszentrum Soest“ beträgt rund 61,7 Millionen Euro – finanziert durch Fördermittel des Bundes (45 Prozent) und des Landes NRW (20 Prozent). Dank einer frühzeitigen Zustellung der beiden Zuwendungsbescheide und einer sehr schnellen Bearbeitung des Bauantrages durch die Stadt Soest konnte am 5. September 2023 – vor genau zwei Jahren – der Spatenstich zum Baubeginn erfolgen.

Der erste Bauabschnitt wurde im Februar 2025 planmäßig fertiggestellt. An ihm beteiligt waren 14 Planungs-, Architektur- und Ingenieurbüros sowie rund 20 ausführende Bauunternehmen – viele davon aus der unmittelbaren Heimatregion. Allein für diesen Bauabschnitt wurden 19 Ausschreibungen vergeben. Maßgeblich an der innovativen Eisspeicheranlage beteiligt waren die G‑TEC Ingenieure GmbH aus Siegen, das Planungsbüro Weidemann aus Bad Sassendorf sowie die Metternich Haustechnik GmbH aus Windeck-Rosbach.

 

Blick nach vorn

Insgesamt wird das Bauprojekt in drei Bauabschnitten realisiert. Der zweite Abschnitt läuft seit Mai 2025 und soll bis Ende August 2026 abgeschlossen sein. Das gesamte Bildungszentrum wird voraussichtlich im Frühjahr 2028 fertiggestellt sein.

Minister Karl-Josef Laumann hob in seinem Grußwort hervor:
„Um junge Menschen für die duale Ausbildung zu begeistern und die Fachkräfte von morgen bestmöglich zu qualifizieren, brauchen wir moderne Lehrwerkstätten auf dem neuesten Stand der Technik. Es ist ein Kernanliegen der Arbeitspolitik in Nordrhein-Westfalen, die beruflichen Bildungszentren fit für die Zukunft zu machen. Deswegen habe ich gemeinsam mit Handwerk und Industrie den Modernisierungspakt Berufliche Bildung in diesem Frühjahr erneuert und die Fördermittel des Landes für überbetriebliche Bildungsstätten auf 16 Millionen Euro jährlich verdoppelt. Das Bildungszentrum Soest wird dazu beitragen, die Attraktivität und die hervorragenden beruflichen Perspektiven, die eine Ausbildung im Handwerk bietet, nach außen zu repräsentieren.“

Regierungspräsident Heinrich Böckelühr unterstrich den Stellenwert des Bildungszentrums für die gesamte Region: „Ich gratuliere zur erfolgreichen Fertigstellung des ersten Bauabschnittes. Hier entsteht Großes für unser Handwerk. Schon heute können wir erkennen, dass durch die Modernisierung und die Verwendung modernster Technik eine angenehme Lernatmosphäre entsteht, von der letztendlich unsere ganze Region profitieren wird.“

Auch Stephanie Brauser-Jung, Referentin im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) ist von der Strahlkraft des Projektes überzeugt: „Ein solcher Bau sendet ein starkes Signal: Um junge Menschen wieder von der dualen Ausbildung als lohnende Investition in ihre berufliche Zukunft zu überzeugen, brauchen sie eine attraktive, zeitgemäße Ausbildung, die ihre Stärken fordert und ihre Entwicklung fördert. Überbetrieblichen Berufsbildungsstätten kommt dabei als verlässlichen Partnern und Garanten hochwertiger Ausbildung besondere Bedeutung zu – deshalb unterstützt der Bund gezielt notwendige Modernisierungs- und Ausstattungsmaßnahmen wie hier in Soest.“

Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer stellte die Bedeutung des Bauvorhabens für die Stadt Soest heraus: „Die Modernisierung und Erweiterung des Bildungszentrums ist ein starkes Statement der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe für den Standort Soest. Die Stadt freut sich darüber sehr und ich gratuliere herzlich dazu, dass nun der 1. Bauabschnitt fertig gestellt ist. Mein Dank gilt natürlich auch Land und Bund für die großzügige Förderung dieses Mega-Projektes. Den weiteren Bauabschnitten wünsche ich einen reibungslosen und erfolgreichen Verlauf.“

 

Architekt Dipl.-Ing. Thomas Schmidt von der SSP AG in Bochum und Malte Weidemann vom Planungsbüro Weidemann in Bad Sassendorf präsentierten bei der Einweihungsfeier die Konzeption der Baumaßnahme sowie die Funktionsweise der Technikzentrale mit Eisspeicheranlage. Die Gäste konnten sich anschließend bei geführten Rundgängen durch die beiden Gebäude selbst ein Bild von der modernen Lernumgebung und den verbauten Technologien machen.

Gemeinsam mit den Festrednern Minister Laumann, Regierungspräsident Böckelühr, Referentin Brauser-Jung und Bürgermeister Dr. Ruthemeyer setzten die Gastgeber symbolisch einen weiteren Spatenstich im Zentrum des Baugeländes – als Zeichen für die Fortsetzung des ambitionierten Bauvorhabens.

 

Titelfoto: Grundsteinlegung (v.l.n.r.): Helmut Heitkamp, Finanzpräsident Oberfinanzdirektion NRW – Bauabteilung, Leiter Bundesbau; Stephanie Brauser-Jung, Referentin im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ); Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW; Dr. Eckhard Ruthemeyer, Bürgermeister der Stadt Soest; Architekt Marc Masseck, Oberfinanzdirektion NRW – Bauabteilung; Dipl.-Ing. Architekt BDA Thomas Schmidt, SSP AG; Malte Weidemann, Planungsbüro Weidemann; Christoph Knepper, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe; Detlef Schönberger, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe; Kerstin Feix, Vizepräsidentin der Handwerkskammer Dortmund