Dem Handwerk verpflichtet: Ein leuchtendes Symbol für das Bil-dungszentrum Soest

Am Schleswiger Ring in Soest entsteht bald ein weithin sichtbares Zeichen für das Handwerk – ein Kunstwerk, das sowohl den öffentlichen Raum prägt als auch die Werte und das Selbstverständnis des neuen Bildungszentrums Soest zum Ausdruck bringt. Der Berliner Künstler Johannes Vogl gewann den Kunst-am-Bau-Wettbewerb mit einem Konzept, das das Arbeiten mit den Händen in den Mittelpunkt stellt und die universelle Gebärdensprache als gestalterisches Leitmotiv nutzt.

Ein Zeichen, das bei Tag und Nacht wirkt
Tagsüber formen markante Gesten aus Stahl die Landschaft rund um den Campus – bei Einbruch der Dunkelheit erstrahlt der Schriftzug „Handwerk“ in Gebärdensprache. Die mit LED-Technik ausgestatteten Handzeichen erleuchten weithin sichtbar über dem Schleswiger Ring. Das Bildungszentrum, das sich bis 2028 zu einem der modernsten seiner Art in Deutschland entwickeln wird, setzt so nicht nur baulich, sondern auch kulturell ein deutliches Zeichen: Die gemeinsame Sprache aller Gewerke – die Arbeit mit den Händen – wird künstlerisch erfahrbar.

„Dieses Kunstwerk macht auf den ersten Blick deutlich, wofür das Handwerk steht: für Können, Verlässlichkeit und Zukunft. Die Hände sind das verbindende Element aller Gewerke – sie schaffen Werte, geben Orientierung und gestalten unsere Gesellschaft. Dass dieses Zeichen künftig weithin sichtbar über dem Bildungszentrum steht, ist ein starkes Signal für die Bedeutung handwerklicher Bildung.“, betonen Christoph Knepper, Kreishandwerksmeister, und Detlef Schönberger, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe. „Die Arbeit mit den Händen ist das, was alle Berufe am Bildungszentrum verbindet. Dass diese gemeinsame Grundlage nun als künstlerisches Leitsystem sichtbar wird, ist ein starkes Symbol für unseren Anspruch, jungen Menschen eine zukunftsorientierte und wertebasierte Ausbildung zu bieten.“

Die Sprache der Hände als Leitidee
Im Kern des Siegerentwurfs steht die Gebärdensprache – eine universelle Sprache u.a. der Hände. Das Wort „Handwerk“ wird nicht geschrieben, sondern gezeigt. Jede einzelne Gebärde fungiert zugleich als künstlerisches Element und als Orientierungshilfe: Sie bildet ein identitätsstiftendes Leitsystem, das Besucherinnen und Besucher durch den Campus führt. Gesten werden zu Wegweisern – im Außenraum wie in den Werkstatthallen und Fachbereichen des Bildungszentrums.

Vom Kreisverkehr bis zum Haupteingang und Gebäudeinnere
Die Landmarke am Kreisverkehr wird rund zehn Meter hoch und aus beschichtetem Stahl gefertigt. Ein Dämmerungsschalter aktiviert die LEDs automatsich, sodass die Installation nachts von Weitem ihre Sichtbarkeit entfaltet.

Hilfreiches Wegeleitsystem
Zudem markieren an den Hauptzufahrten bis zu acht Meter hohe Pylonen mit einzelnen Handzeichen Richtungswechsel. Kleinere Stahlgesten begleiten die Besucherinnen und Besucher bis zum Haupteingang. Im Inneren des Bildungszentrums führen große LED-Zeichen zu zentralen Orten wie dem Forum oder den Werkstätten, ergänzt durch grafische Anwendungen, die das Leitsystem flexibel erweitern.

Kunst, Funktion und Nachhaltigkeit
Die Jury des anonymen Wettbewerbs, bestehend aus Fach- und Sachpreisrichterinnen sowie -preisrichtern aus Kunst, Architektur, Stadtplanung und Handwerk – darunter der ehemalige Dombaumeister Jürgen Prigl sowie Kerstin Feix, Vizepräsidentin der Handwerkskammer Dortmund – lobten insbesondere die klare Symbolik, die stadträumliche Präsenz und die überzeugende Verbindung von künstlerischer Idee und Funktion. Auch die Materialwahl überzeugt: langlebiger, oberflächengeschützter Stahl und energieeffiziente LED-Technik stehen für Nachhaltigkeit und Qualität.

Mit der Auslobung des Preisträgers ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Die Umsetzung wird parallel zu den weiteren Bauabschnitten vorbereitet und Schritt für Schritt realisiert. So entsteht nicht nur ein modernes Bildungszentrum, sondern auch ein identitätsstiftendes Wahrzeichen für das Handwerk in der Region.

Ein Wettbewerb mit hoher Beteiligung
Von den insgesamt zehn beurteilten Arbeiten ging der zweite Preis an die Berliner Künstlerin Andrea Böning, der dritte Preis an Horst Gläsker aus Düsseldorf. Alle eingereichten Arbeiten zeigen die Vielfalt und hohe Qualität künstlerischer Interpretationen des Themas Handwerk und Bildungsort, von experimentellen Ansätzen bis hin zu architektonisch-integrierten Lösungen.

„Der Siegerentwurf bringt auf überzeugende Weise zum Ausdruck, was das Handwerk im Kern ausmacht: die Arbeit mit den Händen, verbunden mit Verantwortung und Qualität“, so Schönberger. „Dieses Leitsystem wird zum Herzstück unserer neuen Bildungswelt – und zu einem Symbol, das weit über den Campus hinausstrahlt.“

Das neue Bildungszentrum am Standort Soest wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und umgesetzt vom Bundesinstitut für Berufsbildung. Zusätzlich fließt eine Landesförderung im Rahmen des „Modernisierungspakts Berufliche Bildung“ in das Projekt im Soester Norden.

Bürgermeister Marcus Schiffer sieht in dem Projekt zudem ein wichtiges Signal für die Zukunft: „Mit dem neuen Bildungszentrum entsteht ein Ort, der jungen Menschen Perspektiven eröffnet und zugleich die Zukunft unserer Region stärkt. Das Kunstwerk verleiht diesem Anspruch eine sichtbare Form: Es verbindet Bildung, Identität und die handwerkliche Stärke, für die Soest und die gesamte Region seit jeher stehen. Besonders freue ich mich auch darüber, dass die verwendete Gebärdensprache als Symbol für Respekt und Teilhabe weit sichtbar ist.“