NRW hält zusammen

Handwerks-Ausbildung trotzt Corona

Handwerk präsentiert aktuelle Zahlen: Deutliche Steigerung bei den Ausbildungverträgen

„Das Handwerk hat bisher allen Krisen getrotzt. Daran hat auch Corona nichts geändert. Die meisten Handwerke verfügen über eine ausgezeichnete Auftragslage - und bilden ungebremst aus: tolle Aussichten für junge Leute bei uns,“ sagte Kreishandwerksmeister Christoph Knepper bei der Vorlage der aktuellen Zahlen zur Ausbildung 2021.
So konnte das große Minus aus dem vergangenen Jahr in allen drei Regionen der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe (Landkreise Unna und Soest sowie Stadt Hamm) wieder wettgemacht werden: Insgesamt 1.217 junge Frauen und Männer fanden das heimische Handwerk so spannend, dass sie einen Ausbildungsplatz antraten; eine Steigerung von 27,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit erlernen jetzt aktuell 3.650 Auszubildende einen Handwerksberuf.

Der Blick in den Kreis Unna zeigt deutlich ins Positive gedrehte Zahlen: Mit 409 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen können die Handwerker ein Plus von 30,3 Prozentpunkten vermelden. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 bleibt immer noch eine stolze Steigerung um 14,6 Prozent. In fast allen Innungsgewerken wurden mehr Ausbildungsverträge geschlossen. Besondere Gewinner-Gewerke sind zum Beispiel Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Dachdecker, Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk (Bäckerei), Kfz-Mechatroniker sowie Maler und Lackierer.

Auch die Zahlen für die Stadt Hamm zeigen erfreulich aufwärts: 272 neu unterzeichnete Verträge bedeuten hier ein Plus von 15,3 Prozentpunkten. Gerade einmal 19 zusätzliche Ausbildungsverträge haben gefehlt, um in der Stadt die Zahlen aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 wieder zu erreichen. Zu den Berufen mit den größten Zuwächsen zählen Tischler, Kfz-Mechatroniker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Bäcker; leichte Rückgänge gab es beispielsweise bei den Friseuren und Dachdeckern .

Große Nachfrage im Kreis Soest: Mit 536 Neueinsteigern konnten die Handwerker ein Plus von satten 34 Prozentpunkten einfahren. Selbst im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 bleibt immer noch ein deutliches Plus von 7,2 Prozent. In fast allen Innungsgewerken wurden wieder mehr Ausbildungsverträge unterschrieben: Zum Beispiel bei Anlagenmechanikern für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Malern und Lackierern, Dachdeckern, Land- und Baumaschinenmechatronikern sowie Metallbauern gibt es jetzt wieder mehr junge Menschen in der Lehre.

Die Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe hatte in 2021 auch alles daran gesetzt, viele junge Menschen und ihre Eltern anzusprechen und für eine anspruchsvolle Ausbildung im Handwerk zu begeistern. Ob individuelle, begleitende Betriebsbesuche mit den Jugendlichen unter Corona-Bedingungen oder die vielfach wieder angelaufenen Formate der Ausbildungsmessen. Hauptgeschäftsführer Detlef Schönberger: „Besonders erfolgreich und bundesweit sicher einmalig war die 17-wöchige Medien-Power im Rahmen der „Traumberufe“-Kampagne -mit breiter Unterstützung der regionalen Tageszeitungen und Radiosender einschließlich der Social-Media-Kanäle. Damit konnten wir das Handwerk gemeinsam erlebbar machen, was zu vielen neuen Ausbildungsverträgen geführt hat. Auch die neue Passt!-App, die Jugendliche und Innungsbetriebe wie eine „Dating“-App mit wenigen Klicks zusammenbringt, hat bereits zur Steigerung der Vertragszahlen geführt. Damit laufen wir vor Ort sehr positiv gegen den Trend.“ Die Internet-Ausbildungsbörse der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe verzeichnet aktuell mehr als 200 freie Lehrstellen für das kommende Ausbildungsjahr.

Anhaltender Fachkräftebedarf der Wirtschaft ist Chance für die Jugend

„Nachdem der Ausbildungsmarkt im vergangenen Jahr einen pandemiebedingten Einbruch erlebte, hat das jetzt abgelaufene Ausbildungsjahr in Hamm die Probleme bestätigt. Trotzdem führt insbesondere der Rückgang an Bewerbern zu einer leicht verbesserten Relation verfügbarer Stellen pro Bewerber. Der Nachfragerückgang bei den Jugendlichen liegt unter dem Landesdurchschnitt, der Rückgang beim Ausbildungsstellenangebot aber leider darüber“, bilanziert Thomas Helm (Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Hamm) für die Stadt Hamm. „Für die Schulabsolventinnen und -absolventen waren die letzten anderthalb Jahre mit der Pandemie ein herber Einschnitt im Hinblick auf die eigene Berufsorientierung und Zukunftsplanung, mit der Folge großer Unsicherheit und Zukunftsängste. Doch der anhaltende Fachkräftebedarf ist garantiert und Jugendliche können optimistisch in die Zukunft blicken. Gleichzeitig verstärkt sich der Druck auf die Unternehmen: Sie müssen mit mehr Kreativität und Einsatz ihre Betriebe und Ausbildungsmöglichkeiten attraktiv darstellen und gegen Mitbewerber abgrenzen. Denn die Konkurrenz um die besten Köpfe verschärft sich.“ Trotz der Probleme sieht der Agenturleiter eher zuversichtlich in die Zukunft: „Die Situation in Hamm bleibt zwar schwierig, doch wir werden im Schulterschluss mit den Partnern und Unternehmen an lokalen Handlungsvereinbarungen arbeiten, um bei der Fachkräftesicherung erfolgreich zu sein.“

Die Präsentationen der neuen Ausbildungszahlen fand in diesem Jahr in Fröndenberg (Tischlerei Matthias Ernst), Hamm (Malerbetrieb Sparding GmbH) und Soest (Hans Stahl GmbH & Co. KG) statt. Dabei brachte es Peter Sparding auf den Punkt: „Wir brauchen Nachwuchs! Sicherlich ist ein Studium auch keine schlechte Wahl, jedoch liegen die Vorteile der dualen Ausbildung in einem Handwerksberuf auf der Hand: Es besteht eine riesige Auswahl von über 100 unterschiedlichen Berufen im Handwerk; man „nabelt“ sich schneller von Zuhause ab, erschafft etwas Greifbares. Keine App und kein Internet-Lieferdienst kann uns ersetzen, es gibt gute Verdienst- und Weiterbildungsmöglichkeiten, hohes weltweites Ansehen und Nachfrage: Man blickt mit Stolz und Freude auf das, was man mit den eigenen Händen geschaffen hat!“

Mit Sicherheit die Zukunft in der Region gestalten

„In den letzten beiden Jahren ist unmissverständlich klar geworden: Ohne Handwerker mit praktischem Verstand, die bei ihrem Tun mit allen Sinnen anpacken, sind die Klimaschutzziele, kreative Wohnlösungen für Senioren und die dringende Modernisierung der öffentlichen Infrastruktur nicht zu erreichen“, so Detlef Schönberger. Eine Ausbildung sowie ein Beruf im Handwerk bieten hier unglaublich spannende und anspruchvolle Tätigkeitsfelder, mit einem hohen Maß an Sicherheit. 2021 hat erneut bewiesen, wie krisenfest und verlässlich das regionale Handwerk mit seinen insgesamt 37 verschiedenen Ausbildungsberufen ist. Junge Praktiker und ihre Familien liegen mit dieser Berufswahl immer richtig. Eine Ausbildung im Handwerk ist und bleibt das Fundament für eine sichere berufliche Zukunft - auch für Abiturienten und Studienaussteiger.

Wer jetzt in die Erfolgsbranche Handwerk einsteigen will, gerne mit praktischem Verstand anpackt und etwas Handfestes schaffen möchte, der muss sich nur melden bei: Dietmar Stemann (Ausbildungs-Coach der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe), Mobil: 0173 5284269, E-Mail: stemann@kh-hl.de.

Und: Mit der neuen Dating-App „Passt!“ der Kreishandwerkerschaft geht das für alle interessierten Jugendlichen noch viel schneller (www.passt-app.de).