Dem (Hand-)Werk verpflichtet:
Mit leuchtender Kunst Zeichen setzen

Ein Bildungszentrum des Handwerks, das Kunst, Bau und Haltung vereint – Ergebnisse des Wettbewerbs „Kunst am Bau“

Der Wettbewerb „Kunst am Bau“

Zum kulturellen Umfang unserer geförderten Baumaßnahme gehört es, einen Auftrag zur Konzeption und Umsetzung eines künstlerischen Beitrags im Sinne der „Kunst am Bau“ öffentlich auszuschreiben und zu vergeben.

Ziel ist ein künstlerisches Konzept, das sich harmonisch in die Umgebung einfügt und einen inhaltlichen Bezug zur handwerklichen Bildung und Praxis herstellt. Im Fokus der Aufgabenstellung steht zudem die Entwicklung und Realisierung eines künstlerisch gestalteten Leitsystems, das sich als funktionales und zugleich identitätsstiftendes Element über das gesamte Gelände des Bildungszentrums erstreckt.

Nach einem offenen Bewerbungsverfahren (1. Phase) konnten 10 Teilnehmer*innen für die Bearbeitung der Wettbewerbsaufgabe gewonnen werden (2. Phase). Die Auswahl der Teilnehmenden erfolgte durch ein Auswahlgremium.

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Die Auslobung der Preisträger

Die Auslobung der Preisträger fand am 18. Dezember 2025 mit der ordnungsgemäßen Preisgerichtssitzung im Bildungszentrum Soest statt. Im ersten Wertungsrundgang wurden sieben Arbeiten einstimmig ausgeschlossen. Nach dem zweiten Wertungsdurchgang und anschließender Diskussion stand die Reihenfolge der Wettbewerbsgewinner fest:

1. Preisträger: Johannes Vogl, Bildhauerei, Berlin

2. Preisträgerin: Andrea Böning, Bildende Künstlerin, Berlin

3. Preisträger: Horst Gläsker, Düsseldorf

Entwurfsbild und 1. Preis: HANDWERK“ von Johannes Vogl, Zeichensprache
Entwurfsbild und 1. Preis: HANDWERK“ von Johannes Vogl, Nachtansicht

1. Preis: HANDWERK – Johannes Vogl

„Was haben alle Berufe am Bildungszentrum Soest gemeinsam? Die Antwort ist einfach: Sie nutzen ihre Hände. Es ist Handwerk. Gibt es eine Sprache der Hände? Ja, die gibt es! Die Gebärdensprache ist diese Sprache. Sie ermöglicht es uns, mit Gesten vieles zu beschreiben und auszudrücken. Wenn man diesen Gedanken aufgreift, ist es nur logisch, das Leitsystem in dieser Sprache zu beschreiben. Diese Sprache ist sowohl Symbol als auch Ausdruck. Schon am Kreisverkehr wird man durch händische Zeichen, die das Handwerk an sich beschreiben, zum Bildungszentrum geleitet. Im Bildungszentrum selbst werden diese Gesten weitergeführt und weisen den Weg zum Ziel. ..."

(Auszug aus dem Erläuterungsbericht des Künstlers)

Entwurfsbild und 1. Preis: HANDWERK“ von Johannes Vogl, Tagansicht
Entwurfsbild und 1. Preis: HANDWERK“ von Johannes Vogl, Leitsystem Außenansicht
Entwurfsbild und 1. Preis: HANDWERK“ von Johannes Vogl, Leitsystem Innenansicht
Entwurf und 2. Preis: „Es wird“ von Andrea Böning
Entwurfsbild und 2. Preis: „Es wird“ von Andrea Böning, Außenansicht

2. Preis: ES WIRD – Andrea Böning

„Es wird“ ist eine räumliche Inszenierung großformatiger Lettern, die den Weg von der Verkehrsinsel über den Haupteingang des Bildungszentrums bis in das Foyer kennzeichnet. Die Formulierung „Es wird gut werden“ meint ein Vorhaben, das unter dem Vorzeichen von Zuversicht und positiver Zukunftserwartung steht. Die semantische Struktur betont weniger einen konkreten Inhalt eines Plans als vielmehr die epistemische und emotionale Grundhaltung, die ihn trägt: eine Verbindung aus realistischer Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und begründetem Optimismus hinsichtlich der Realisierung des Vorhabens. Sprachphilosophisch verweist das doppelte „werden“ auf den Prozess, der das Noch-Nicht-Seiende in einem Modus des Entstehens begreift. „Gut“ fungiert hierbei nicht als Garantie, sondern als normative Orientierung, die sowohl handlungsleitend wirkt als auch auf die „gute“ Qualität als Kriterium im professionellen Handwerk weist. …“

(Auszug aus dem Erläuterungsbericht der Künstlerin)

Entwurfsbild und 2. Preis: „Es wird“ von Andrea Böning, Außenansicht
Entwurfsbild und 2. Preis: „Es wird“ von Andrea Böning, Außenansicht Leitsystem
Entwurfsbild und 2. Preis: „Es wird“ von Andrea Böning, Innenansicht Leitsystem
Entwurfsbild und 3. Preis: „TUN & MACHEN“ von Horst Gläsker, Fahnen

3. Preis: TUN & MACHEN – Horst Gläsker

„Das Ziel ist, eine positive, inspirierende und lebendige Atmosphäre zu schaffen. Die Auszubildenden sollen sich durch die Kunst angesprochen und bestätigt fühlen, die Bedeutung und die Wichtigkeit ihrer Berufsausbildung erfassen, Stolz für ihr Handwerk entwickeln und erkennen, dass sie Teil einer großen Handwerkerschaft sind. Das Kunstkonzept besteht aus fünf miteinander korrespondierenden Kunstwerken mit jeweils eigener Identität. Klare Farben und starke Wörter sind hier die zentralen Elemente, die Innen- und Außenräume transformieren, Seelen berühren und Orientierung schaffen. …“

(Auszug aus dem Erläuterungsbericht des Künstlers)

Entwurfsbild und 3. Preis: „TUN & MACHEN“ von Horst Gläsker, Stele
Entwurfsbild und 3. Preis: „TUN & MACHEN“ von Horst Gläsker, Leitsystem Außenansicht
Entwurfsbild und 3. Preis: „TUN & MACHEN“ von Horst Gläsker, Leitsystem Innenansicht

Dank an die nicht prämierten Einreichungen

Das Preisgericht lobt die hohe Qualität und Kreativität der eingereichten Arbeiten und dankt den Künstlerinnen und Künstlern sowie den Büros für ihr Engagement.

Arbeit 1001: Work in Progress

Verfassende: Hannah Rath, Berlin und Franziska Opel, Hamburg

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Arbeit 1003: Bogen, Drehung, Faltung, Stubs und Knick

Verfassende: Albert Weis, Künstler, Berlin

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Arbeit 1005: WERK : ZEUG : KULT

Verfassende: Christine Bergmann, bildende Künstlerin, Halle

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Arbeit 1006: Am Handwerk

Büro: Antje Schiffers Thomas Sprenger GbR

Verfassende: Antje Schiffers und Thomas Sprenger, Berlin

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Arbeit 1007: Immer dem Ring nach …

Büro: TheGreenEyl GmbH

Verfassende: Gunnar Green, Berlin

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Arbeit 1008: Kopf & Hand

Verfassende: Monika Goetz, Berlin

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Arbeit 1010: Ich mach' mir die Welt

Büro: DUO UFO, Stuttgart und finster3000, Stuttgart

Verfassende: Nikita Neitzke, Künstler; Jonathan Ohr, Künstler; Samuel Weiss, Architekt, Yannik

Kaiser, Architekt; Tobias Haas, Architekt

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